Auswertung Mitgliederbefragung 2015

Seit Anfang Februar 2015 haben insgesamt 28 Unternehmen (Stand 10.03.2015) an unserer Umfrage zum Thema „Umsetzung und Folgen des Mindestlohns“ teilgenommen. Gerne möchten wir Ihnen hier einen kleinen Einblick in unsere Auswertung ermöglichen:

  • Der Großteil der Teilnehmer beschäftigt im Durchschnitt 50 Mitarbeiter.
  • Der Zeit- und Kostenaufwand für die Dokumentation der Arbeitszeit ist nach Einführung des MiLoG meist unverändert, da viele bereits vor Einführung des MiLoG mit elektronischen Zeiterfassungsgeräten gearbeitet haben.
  • Ganz klar jedoch können wir sagen, dass 95% der Teilnehmer ihre Preise erhöhen mussten. Die Erhöhung lag im Durchschnitt bei ca. 14%. Zum Teil sind weitere Preisanpassungen geplant.
  • Dasselbe gilt bei den Umsatz- und Gewinneinbußen: 73% der Teilnehmer verzeichnen Einbußen von durchschnittlich 13%; vereinzelt sogar bis zu 30%.
  • Bei den Entlassungen und den Problemen bei der Umsetzung des Mindestlohns hält es sich nach bisherigem Stand die Waage. Knapp die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen musste Mitarbeiter entlassen oder plant dies demnächst. Betroffen sind durchschnittlich 5 Mitarbeiter je Unternehmen.
  • Unsere Frage, ob es seit Einführung des MiLoG in Ihren Unternehmen bereits zu Kontrollen durch den Zoll gekommen ist, haben alle Unternehmen verneint. Zudem halten Sie alle die Kontrollen durch den Zoll für zu gering. Kritisiert wurde auch, dass Kontrollen sich meist nur auf die großen Systeme erstrecken würde, viele kleinere Unternehmen von den Kontrollen daher faktisch ausgenommen sind.

Das Fazit unserer Befragung: Das Mindestlohngesetz hat zu wesentlichen Preissteigerungen und Umsatz-/Gewinneinbußen geführt. Zudem haben die mangelnden Kontrollen durch den Zoll dazu geführt, dass es in der Branche zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen gekommen ist. Denn während ein Teil der Unternehmerschaft sich an die geltenden gesetzlichen Regelungen  hält und mit Umsatzrückgängen und Gewinneinbußen zu kämpfen hat, macht der andere Teil der Unternehmerschaft weiter wie bisher, d.h. mit Dumpinglöhnen und Schwarzarbeit.

Die vollständige Auswertung können Sie hier nachlesen:

Auswertung Mitgliederbefragung 10.03.2015